unterwegs, Autobahn Höhe Aschaffenburg, Richtung Nürnberg. Den
wackeren Bayrischen Rundfunk im Radio (B5 aktuell), wegen des
Verkehrs. Ich war mit meiner Frau unterwegs zu einem Segeltörn in
Griechenland, der Flug ging ab Nürnberg, nach Griechenland.
Den Kindern im Auto (1 3 Jahre) konnten wir das natürlich nicht
erklären und als dann die Meldung von zweiten Einschlag kam, war mir
klar, das es Krieg geben würde.
Bei den Schwiegereltern haben wir dann die Kinder abgegeben und dann
dort noch weinen Tag verbracht, hauptsächlich und gegen jede
Gewohnheit vor der Glotze. Jedenfalls die Männer. Die Frauen hat das
wirklich nur am Rande berührt.
Etwas komisch war es dann schon, in ein Flugzeug zu steigen. Es
herrschte gar nicht die übliche Ausgelassenheit eines
Touristenfliegers mit überwiegend junden Passagieren. In Griechenland
angekommen, lösten wir eine deutschsprachige Crew ab, die sich jeden
Fetzen Papier der deutsch oder englisch bedruckt war unter den Nagel
riss. Sie hatten die letzen zwei Tage nur Radio hören können.
Das griechische Publikum war, soweit ich es mitbekommen habe, von
Schadenfreude nicht weit entfernt und sagte mehrfach, es habe den
Richtigen getroffen.
Auf dem Segelbot haben wir dann immer wieder (soweit es der Akku und
der Empfang hergaben) Nachrichten gehört und diskutiert.
“Selber Schuld”, war das allgemeine Fazit ALLER die ich getroffen und
zu dem Thema gesprochen habe (es gab eigentlich kein anderes). In
jedem Hafen, beim Einkaufen, Essen und Funken, immer das gleiche
Thema und die ungewisse Gewissheit, es würde ein Krieg folgen.
Ich bin froh, die Zeit nach dem 11.9. auf einem Segelboot zugebracht
zu haben, sonst hätte ich mich paralysiert vor der Glotze gefunden.
Nun habe die Yankees allein im Irak mehr Opfer als durch den Einsturz
der Türme und sinnlos teuer und unmenschlich ist die ganze Geschichte
ohnehin. So berechenbar, so vorhersehbar die Reaktion war, so
vorhersehbar, ist das Ende. Ölprotektorat im Irak, eiger Krieg in
Afghanistan, Anschläge rund um den Globus und stetiger Niedergnag der
(einst) kulturell prägensten Nation.
Menschenrechte sind einen Dreck wert, Waffen ersetzen sinnvolle
Politik und wenn wir Pech haben, ein atomarer Konflikt mit den
Islamisten, die die pakitanische Bombe übernehmen werden.
Arvid
Ich war im Auto – Nine/Eleven verweht
No Comments
Posted 30 Apr 2008 in Allgemein